LadeburgGeschichte und Geschichten aus vergangener Zeit        aufgeschrieben von Beate Thaute

Auf dieser Zeitreise in die Vergangenheit wollen wir mit vielen historischen Details und Fotos die Erinnerung an das damalige Leben in Ladeburg für die Nachwelt lebendig halten.

Die unter Denkmalschutz stehende Kirche, Friedhof und Friedhofsmauer sowie der prächtige Baumbestand befinden sich im Zentrum des historischen Kreuzangers von Ladeburg und prägen zusammen mit diesem das einmalige und unverwechselbare Erscheinungsbild.

Vorgeschichte:

„Lass die Kirche im Dorf“

Dieser Ausspruch unserer Großmütter war nichts anderes als der Hinweis, das Selbstverständliche anzuerkennen und nicht etwa „neumodische Sachen“ Raum zu geben. Die Kirche gehörte und gehört zu einem Dorf selbstverständlich dazu. In Ladeburg ist das nicht anders. Kirchliche Feiertage, Gottesdienste und Familienfestlichkeiten strukturierten das Leben und waren untrennbar mit dem Alltag verbunden. Einst war die Taufe, die Konfirmation, die Hochzeit und die Beerdigung ohne den Segen des Pfarrers undenkbar.

Schwere Schäden in der Nachkriegszeit

Nach 1945 gingen durch Kriegseinwirkungen die Turmspitze, später die Empore aus Holz, die Sitzbänke und die Orgel im Innern verloren. 

Innenraum der Ladeburger Kirche um 1900 Foto: Pfarrarchiv Ev. Kirchengemeinde Zepernick/Kirchenkreis Barnim

Schwere Schäden am Dachstuhl wurden 1968 beseitigt, den Innenraum der Kirche renovierte man nach damaligen Möglichkeiten 1982/83. Bis zur Wiedereinweihung 1983 fanden die Gottesdienste im Bethaus gegenüber der Kirche statt.

Bethaus in der Straße An der Kirche/Ecke Schmetzdorfer Straße

Festkarte und – Plakette 1983 zum Kirchweihfest zu Pfingsten 

Festen Platz im Gemeindeleben in den 1980/90er Jahren

Heute hat die Kirche einen festen Platz im Gemeindeleben. Schon in den 1980/90er öffnete sich die Kirche für zahlreiche Veranstaltungen, Begegnungen und Treffen von Menschen mit unterschiedlichsten Interessen.

So gehörten Konzerte des Männergesangvereins „Teutonia Ladeburg e.V.“, gemeinsam mit den Blumberger Chören, im Sommer und zu Weihnachten zum festen Programm. 

Männergesangverein Teutonia Ladeburg/ Ende der 1990er Jahre

In den 1990er Jahren gab es die Frühlingskonzerte mit mehreren Chören und Instrumentalgruppen der Bernauer Musikschulen, ebenso gastierten Abiturienten des „Dresdener Kreuzchores“ mehrmals in unserer Kirche, die „Don Kosaken“ und „Gospel Singers“ erfreuten die stets mit Gästen überfüllte Kirche mit ihren Darbietungen.

Halleluja – die Gospel Singers reißen das Publikum mit / Ende 1990er Jahre

Die wunderbare Akustik wurde immer wieder von den Künstlern hervorgehoben und gelobt. 

 Abiturienten des Dresdner Kreuzchores singen Motetten für Männerchor aus sechs Jahrhunderten im August 1998 in der Kirche zu Ladeburg

Die historische Grundstimmung 

Die im Innern der Kirche dunkelrot gestrichene und verleistete Deckenverkleidung, die in zwei Reihen abgehängten Glaszylinderleuchten, die defekte Bestuhlung, der beschädigte Innenputz ergaben ein trauriges Bild.

Kirchenansicht von der Ostseite/ 2023

Dennoch gehört die Ladeburger Kirche mit ihren Besonderheiten wie der Priesterpforte, des Chorgewölbes, der Dachkonstruktion und des bemerkenswerten Ensembles von Kirche, Friedhof und Dorfanger mit einzigartigem Baumbestand zu den bauhistorischen Baudenkmälern Brandenburgs.

Stein des Anstoßes und eine Förderung zur Erhaltung und Rekonstruktion soll bei der Unteren Denkmal-schutzbehörde beantragt werden

Friedrich Marsing, aus Bayern kommend, zog mit seiner Familie Mitte der 1990er Jahre in die gerade fertig erbaute „Gagfah-Siedlung“ (dem heutigen „Blumenviertel“).

Weil er auf der Orgel in der Ladeburger Kirche üben durfte, wollte er sich mit einer Spende an den Förderverein der Dorfkirche bedanken. Daraufhin antwortete Pfarrer Gericke, es gäbe keinen Förderverein, aber er könne gern einen gründen.

Das war 1999 und Friedrich Marsing war von der Idee begeistert und machte sich mit Gleichgesinnten an die Arbeit.

„Hinterher meinte er, dass neben dem Ausfüllen der Steuererklärung die Gründung eines gemeinnützigen Vereins eines der größten Abenteuer der Gegenwart war. Man kann jede Menge Fehler machen und wir haben keinen ausgelassen. Heute wissen wir ganz genau, wie es nicht geht!

Ein besonderer Dank geht an das Finanzamt in Eberswalde. Die waren da wirklich lieb zu uns, haben uns beraten, unterstützt, informiert und haben die Ladeburger Chaoten auf den rechten Weg gebracht.

Und im Mai 2000 waren wir dann so weit, dass wir sieben Gründungsmitglieder gefunden und eine Satzung für den „Förderverein Dorfkirche Ladeburg e.V“ erstellt hatten.

In der Satzung sind zwei Ziele genannt:

Punkt 1:     „Zweck des Vereins ist die Förderung von Kunst und Kultur sowie des Denkmalschutzes für die Dorfkirche Ladeburg. Der Verein kann zur Realisierung seiner Ziele Sammlungen, Konzerte, Ausstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen durchführen.  

Punkt 2:     „Der Verein veranlasst und unterstützt in Abstimmung mit dem Gemeindekirchenrat Erhaltungs- und Restaurierungsmaßnahmen nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten.“

Zitiert aus der Festrede von Rosel Marsing am 29.Juni 2025.

Gründungsmitglieder: Rosel und Friedrich Marsing; Ulrich Schubert; Kerstin und Stefan Loose; Joachim Bork; Julia Herrmann

Der Verein ist offen für alle, auch Nicht-Kirchengemeindemitglieder, die sich in erster Linie um den Erhalt der Dorfkirche bemühen.

Bestandsaufnahme und Aktivitätsdrang

2001/2002    

„Wir hatten das Glück, einen Architekten unter den Mitgliedern zu haben. Eckart Schmidt übernahm die Aufgabe der Bestandsaufnahme. Decke und Dachstuhl waren dringend reparaturbedürftig. Das war das Gravierendste. Scheiben hatten Durchschüsse, die Wände Feuchtigkeitsschäden, Lampen und Stühle hatten den Charme einer Bahnhofsgaststätte.

Eckart Schmidt stellte seine Ideen dem Ladeburger Gemeindekirchenrat vor. Der Gemeindekirchenrat fühlte sich von unserem Aktivitätsdrang überrannt und es geschah erst einmal nichts.

Erste Verschönerungsmaßnahme:

Dagmar Bork spendete den Sisalläufer für den Mittelgang.

So starteten wir kopfüber das Kulturprogramm, wir brauchten ja auch Geld. Schon zur Vereinsgründung veranstalteten wir ein Konzert mit mehreren Chören, dass uns erste Einnahmen von 772,20 DM brachte.“  Aus der Festrede vom 29.6.2025

Kulturveranstaltungen und Konzerte sind die Haupteinnahmequellen bis zum heutigen Tag

… um nur einige zu nennen:

Im Jahr 2003 begann das erste Veranstaltungsjahr, hier sollen sie benannt werden, denn alle Vorstellungen der letzten 25 Jahre würden den Rahmen sprengen.

Mai: Musical “Coming Home“ mit 3 vollen Vorstellung 

Juni: Konzert der Schülerchöre von 3 Barnimer Gymnasien 

September: Konzert er Flötistin Bettina Kahl 

September: 3-wöchige Ausstellung „Ladeburg – ein Dorf und seine Kirche“, 

Hierzu stellte Pfarrer Gericke uns Vitrinen mit Kirchenbüchern aus dem 16., 17. Und 18. Jahrhundert auf und legte weiße Handschuhe dazu, um Fragen zur Familienchronik alteingesessener Ladeburger beantworten zu können.

Oktober: Konzert mit Harmonic Brass

In den kommenden 20ig Jahren gab es über 50ig Veranstaltungen, Konzerte, Theateraufführungen, Musikschulen öffnen Kirchen, Krippenausstellungen, Tänze der Renaissance mit den Bernauer Briganten, Adventskonzerte, zweimal im Jahr regelmäßige Gemäldeausstellungen mit verschiedenen Künstlern, u.a. Herrn Jacoby oder Galina Mazin-Datloof und große Ausstellungen über das Leben im alten Ladeburg zur Schulgeschichte, zur Geschichte der Seidenweber und die Geschichte der Erbhöfe, die zum Teil seit dem 15. Jahrhundert im Dorf ansässig sind. 

Ausstellung im Coronajahr 2020 /400 Jahre Schulgeschichte

Federführend hierzu war Beate Thaute. Für die Kinder gab es Puppentheateraufführungen mit Unterstützung der Stadt Bernau bei Berlin.

Als musikalische Unterstützer müssen der Männergesangverein „Teutonia Ladeburg“ und das Kammerorchester der Geigenschule Posselt unbedingt benannt werden. Ortsansässige Firmen wie z.B. Firma Bukow, Firma Reifen Thaute, Firma Dietmar Pruß und mehr, unterstützten viele dieser oben genannten Veranstaltungen in Form von Spenden und manueller Hilfe.

In jedem Jahr gibt es zum Tag des offenen Denkmals Führungen und Turmbesteigungen.

Die Ladeburger mussten nicht weite Reisen nach Berlin unternehmen, um ins Theater zu gehen oder ein Konzert zu besuchen.

Kunst und Kultur kamen in die Ladeburger Kirche. 

Rückschau auf 25 Jahre Vereinsarbeit mit einem beachtlichen Ergebnis

…die Spendenbüchsen, Kaffee, Kuchen und ein Glas Wein am Eingang der Kirchentür sind der Grundstock für viele Finanzierungen und das ist bis heute so.

Dafür sorgen abwechselnd die Mitglieder des Vereins und freiwillige Helfer.

In Abstimmung mit dem Gemeindekirchenrat und dem Förderverein konnten folgende Erhaltungs- und Restaurierungsmaßnahmen nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten in den letzten 25 Jahren erreicht und verwirklicht werden.

Auch wenn in den Anfängen der gemeinsame Weg zur Erhaltung der Ladeburger Dorfkirche zwischen dem Gemeindekirchenrat und dem Förderverein etwas holprig begann, Kommunikationsprobleme und gegenseitiges Verständnis waren nicht immer in Einklang zu bringen, konnte viel erreicht werden.

2002: Turmreinigung 

 Ab 2002 Jährliche Turmreinigung vom Taubendreck durch die Vereinsmitglieder, ab 2022 übernahm die Firma Barnebeck diese Arbeit, die Kosten übernahm der Kirchengemeinderat.     

2004:   Kronleuchter  

Im Jahr 2004 konnte damit begonnen werden die defekten Kronleuchter, die seit Jahren im Schrank in St. Marien deponiert waren, vom Ziseleur Meister Tigge in Berlin reparieren zu lassen. 

Defekte Kronleuchter

Die Wiederherstellung pro Leuchter kostete vor zwanzig Jahren 1.160,00 €. So konnten in den Jahren bis 2006 zwei weitere Kronleuchter und vier Wandleuchten fertig gestellt werden und im alten Glanz erstrahlen.

Die Kronleuchter waren fertig, konnten aber nicht an der Decke aufgehangen werden

Der Zustand der Deckenbalken zur Aufhängung der Leuchten, die Zustimmung des Kirchengemeinderates, die Genehmigung durch den Denkmalschutz und das kirchliche Bauamt waren nicht immer unter einen Hut zu bekommen und somit baute Ulrich Schubert, der geniale Ladeburger Tischler und Gründungsmitglied, ein Gestell zur Aufhängung der restaurierten Kronleuchter und diese hingen nun in Gestellen.

Spenden kamen von Privatpersonen aus dem Dorf, der Jagdgenossenschaft und vom Heimatverein.

Foto: v.l. Reiner Bürger, Ruth Bölke, Ulrich Schubert, Stefan Loose/ Spende vom Heimatverein

2007:    Kirchenanstrahlung 

Unser Traum war, dass die Kirche in der dunklen Jahreszeit nicht am Spätnachmittag völlig unsichtbar auf dem unbeleuchteten Dorfanger stehen sollte. Wir wollten die Kirche strahlen lassen, anstrahlen lassen, aber es gab Bedenken von allen Seiten.

Die Einen sorgten sich um die Totenruhe – schließlich steht die Kirche ja auf einem Friedhof, der Gemeindekirchenrat sorgte sich um die Stromkosten!

Für den Aufbau wollten wir Sponsoren finden. Den Stromverbrauch versprachen wir mit Mitgliedsbeiträgen zu decken.

2008:    Kurz erzählt das Projekt „Kirchenanstrahlung“:

„Unser Projekt „Kirchenanstrahlung“ ließ sich zunächst gut an. Der Elektrikermeister aus Ladeburg, Dietmar Pruß, übernahm die Angebotserstellung mit einem Kostenvoranschlag über 97 Positionen. Summe 6860,- € ohne Grabungskosten für die Verlegung.

Der Förderverein verschickte Briefe an viele Ladeburger und bat um Spenden für das Projekt. Und auf die Ladeburger war Verlass!

Nun musste gegraben werden, um die Kabel zu verlegen. Dabei verband Pfarrer Gericke die Kabelverlegung damit, Rohre zur Regenwasserableitung rund um die Kirche verlegen zu lassen, um das Mauerwerk trocken zu bekommen.

Die Friedhofsverwaltung unter Herrn Herrmann übernahm die Erdarbeiten mit einem Bagger mit Minischaufel.

Als etwa 70% der Gräben ausgehoben waren, stand überraschend ein Mitarbeiter der Unteren Denkmalschutzbehörde auf dem Friedhof und erteilte einen sofortigen Baustopp.

Stand Frühjahr 2008

Fortsetzung war nur unter archäologischer Begleitung erlaubt und die kostet Geld! Die Kirchengemeinde übernahm die Kosten von zunächst 4000 €, aber nach einer Woche war das Geld verbraucht. Der nächste Kostenvoranschlag lag schließlich bei weiteren 16.000,00 € .

Wer sollte das bezahlen, die Arbeiten wurden abgebrochen. Man legte Bohlen über die Gräben. Die Kirche war gesperrt.

2009:   Gabi Berg und Rosel Marsing sind nach Eberswalde geeilt und haben beim damaligen Landrat, Bodo Ihrke, die Situation geschildert. Er kam nach Ladeburg, schaute gemeinsam mit Pfarrer Gericke in die offenen Gräben und erkannte, dass Hilfe nötig sei. Wir erhielten einen neuen Kostenvoranschlag der Archäologen über ca. 4000,- und gleichzeitig eine großzügige Spende der Kreissparkasse Barnim. 

Der Sparkassendirektor hieß damals Josef Keil und er ist heute unser Kassenführer.

Das Projekt war gerettet, allerdings durften wir die fehlenden Gräben nur noch mit dem Spaten ausheben. Das war hart!

Kirche im Winter und zum Fest angestrahlt

Aber im Oktober 2009 fand mit der ersten Einschaltung eine große Feier statt. Seitdem ist die Kirche auch zwischen Oktober und März der sichtbare Mittelpunkt von Ladeburg.“ Aus der Festrede vom 29.6.2025

2010:   Bewegte Glockengeschichte

Ganz ohne unser Zutun hatte die Kirchengemeinde eine großzügige Spende von Roland Gahtow, in seiner Funktion als Vorsitzender der Jagdgenossenschaft, in Höhe von über 9.000,00 € in mehreren Abschnitten und für mehrere Projekte erhalten.

Zweckgebunden!  Zur Anschaffung einer neuen Kirchenglocke, zur Restaurierung der Wandleuchten, Restaurierung der Fenster und Fenstergitter im Bereich der Apsis.

Restauriertes Kirchenfenster im Bereich der Apsis

Eine der beiden Glocken im Turm hatte seit Ende des Krieges einen Sprung und durfte nicht geläutet werden.

Pfarrer Gericke zögerte lange, aber er wollte die Spender nicht enttäuschen. Die Glocke wurde in Passau gegossen und feierlich nach Ladeburg gebracht.

470 kg (!) Glocke und ein schweres Unterfangen

Diese wurde mit einem Kran über die Kirchhofsmauer gehoben, in die Kirche gerollt und hinaufgezogen. Aber zuvor wurde der Glockenstuhl erneuert, die Zwischenböden im Turm entfernt, um die alte Glocke herunterzulassen, sie hat  jetzt einen Ehrenplatz in der Kirche.

Im Oktober wurde die neue Glocke mit einem Gottesdienst feierlich eingeweiht und der Förderverein sorgte anschließend für ein wunderschönes Glockenfest.

Der Märkische Markt berichtet …

2011:   Riesenaufwand und Riesenärger

Im Kirchlichen Bauamt war man nicht begeistert von der Glockenaktion.

Sie hatten aus Sicherheitsgründen gefordert, dass vorrangig Decke und Dachstuhl saniert werden müssten. Und so kam die Reaktion prompt mit der Forderung:  Schließung der Kirche oder Einbau provisorischer Stützen im Kirchenschiff.

Pfarrer Gericke und der Gemeindekirchenrat beschlossen:

Dachstuhl und Decke werden saniert! Auch wenn dafür vielleicht ein Kredit aufgenommen werden müsste.

 Ab Mitte des Jahres 2011 zogen wir, z.B. mit Ausstellungen, über die Straße ins Kirchengemeindehaus.

Heutiges Kirchengemeindehaus, früher Schule und 1906 erbaut

Aber wir haben in dieser Zeit unsere Rolle als Förderverein sehr ernst genommen und Anträge auf Fördermittel an Land, Kreis, Kirchenkreis, Kreissparkasse, Stadt u.a. gestellt. Spendenaufrufe an die Ladeburger gab es auch wieder.

So konnten wir rund 95.000,00 € zu der Riesensumme von 230.000,00 €, die die Sanierung schließlich gekostet hat, beitragen.

Die ganze Maßnahme dauerte etwa ein Jahr. Allein die Schwierigkeit bei der Lieferung einiger neuer Deckenbalken aus Eiche, 12,50 m lang, verzögerte die Baumaßnahme um ein halbes Jahr.

2012:   Auf Bildern an der Wand

Auf Bildern an der Wand kann man das Baugeschehen verfolgen und aus Teilen der alten Dachbalken von 1414 wurden kleine Brettchen gefertigt, diese dienen als Erinnerungsstück an unsere Ahnen, die einst diese Eichen in der Ladeburger Forst vor über 600 Jahren pflanzten.

Eichenholzbalken im Dachstuhl von 1414

Brettchen aus Eichenholz, signiert von Pfarrer Daniel Rudolphi/2020

Muschelkalkfarbe denkmalgerecht an der Wand

Es waren viele Ladeburger interessiert. Deshalb haben wir in der langen Bauphase zu interessanten Führungen in der Baustelle eingeladen.

Nach Abschluss der Baumaßnahmen, der Termin für den Festgottesdienst zur Wiedereröffnung stand schon fest, fanden wir das die Kirchenwände unerträglich verdreckt aussahen.

In einer Nacht- und Nebelaktion hat die Malerfirma Höde die ganze Kirche mit Muschelkalkfarbe denkmalgerecht gestrichen. Und wieder hat uns ein großzügiger Ladeburger mit über 2000,00 € geholfen, diese Aktion zu bezahlen.  Die Großzügigkeit war manchmal unfassbar für uns.

2013:   Priesterpforte

Unser nächstes Projekt war die Restaurierung der wertvollen Priesterpforte aus dem 13.Jahrhundert. Der Restaurator Burkhard Bluhm hat sie wieder wunderschön hergerichtet, so dass auch die berühmte Inschrift, „Ave Maria gratia plena“, wieder lesbar ist. Einige Steine sind mit Ornamentmotiven, teils vertieft, teils erhaben, wie eine fünfteilige Rose, zwei romanische Blätter, eine Rosette aus Lilien, Chimären und Eisenblattbüschel versehen, und wurden ebenfalls aufgearbeitet.

Priestertür an der Nordseite

Ulrich Schubert, der unermüdlich für die Kirche gearbeitet hat, restaurierte alle Türen in der Kirche.

Eingebrannt für die Ewigkeit

Der Traum von einer Empore

Auch im Jahr 2013 gab es eine sehr professionelle Theateraufführung durch die Organisation „Theater in der Kirche“. Die Aufführung wäre fast gescheitert. Die Organisatoren hatten angenommen, dass die Kirche eine Empore besitzt, an der die Beleuchtungsbrücken aufgebaut werden können, aber in Ladeburg gibt es keine.

Nun half der Ladeburger Dachdeckermeister Alexander Buckow mit einer Brücke und zwei Gerüsttürmen und somit konnte dort die Beleuchtung angebracht werden.

Seitdem träumen wir davon, dass die Kirche ihre Empore wieder bekommt, die  1975 herausgerissen werden musste!

2015/16: Galina Mazin-Datloof und zwei Ikonen für unsere Kirche

Galina Mazin-Datloof stellte zum ersten Mal ihre fantastischen Bilder hier in der Dorfkirche aus. Inzwischen gab es zwei weitere Ausstellungen von ihr, bevor sie Deutschland wieder verlassen hat. 

1679 Mode, 2020 Corona

Bild von Galina Mazin-Datloof im Coronajahr 2020 /Ausstellung in der Ladeburger Kirche

Als sie ihre 1. Ausstellung abgebaut hatte, fand sie die Kirche einfach zu kahl. Galina ist russisch-orthodox, da sind Bilder in den Kirchen selbstverständlich. Sie kündigte an, dass sie uns zwei Ikonen malen wolle. Wir stellten uns ein normales Bildformat vor. Ein halbes Jahr später, 2016, zogen die Ikonen hier ein (2,00 m x 1,20 m). 

Ikonen, speziell für unseres Kirche gemalt. Hier im Bild sieht man hinter dem Heiligen St. Nikolaus links die Dorfkirche Ladeburg und rechts die St. Georgenkapelle in Bernau

Abschied von Galina Mazin-Datloof

2021/24:    Heizeinsätze für die Öfen

Auch dabei hat eine enorme Investitionsförderung der Stadt Bernau bei Berlin geholfen, aber auch die in Ladeburg ansässigen Unternehmen haben dafür gespendet. Unser Ortsvorsteher, Jens Thaute, hatte dafür geworben. Vielen Dank!

Die Schornsteine wurden jetzt auch gestrichen. Im Turm wurden die Fenster renoviert und gesichert, damit keine Tauben mehr reinkommen, und auch keine Nilgänse. (Aber das ist eine andere Geschichte).

2025:   Wir haben auch für die Zukunft viel vor

Zurzeit sind wir dabei, endlich einen barrierefreien Zugang vom Behindertenparkplatz zur Kirche zu realisieren. Wegen des Grundstückeigentums müssen Stadt und Kirche mit ins Boot.

Wir sind gerade dabei, Kostenvoranschläge einzuholen, die denkmalrechtliche Erlaubnis zu beantragen, Förderanträge zu stellen und Spenden zu sammeln.

Anschließend ist nun endlich geplant, die Regenwasserableitung vom Kirchendach zu realisieren, um die Kirchenmauern trockener zu halten. Die Rohre liegen seit 2008 im Boden!

Nach Auskunft der unteren Denkmalschutzbehörde dürfen wir dafür eine Zisterne anlegen, um das Wasser auf dem Friedhof nutzen zu können.

Und dann wollen wir endlich wieder eine Empore für die Kirche planen …

Für einen Jahresbeitrag von 20 Euro und vielleicht den einen oder anderen Kuchen für unsere Veranstaltungen ist jeder im Förderverein „Dorfkirche Ladeburg  e.V.“ herzlich willkommen.

Märkische Oderzeitung/ Barnim Echo vom 4.7.2025, S.14

Literaturnachweis: Auszüge aus „Ladeburg – eine Zeitreise“, Petra Domke, Hrsg. Beate Thaute, Verlag Spree – PR, Berlin 2005; Oberbarnimer Dörfer von Rudolf Schmidt; Privatdokumente Ladeburger Familien;  Ortbesichtigung vom 14.06.2001, Eckart Schmidt, Dipl.-Ing. Architekt; Festrede von Rosel Marsing, Catrin Stankov vom 29. Juni 2025 Fotos: soweit nicht anders angegeben, Beate Thaute und Ladeburger Familien

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