Geschichte und Geschichten aus vergangener Zeit aufgeschrieben von Beate Thaute
Auf dieser Zeitreise in die Vergangenheit wollen wir mit vielen historischen Details und Fotos die Erinnerung an das damalige Leben in Ladeburg wachhalten.
Die Vorgeschichte zum Brandschutz bis zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in Ladeburg lesen sie in den Geschichtsbeiträgen unter dem Motto: 1.) „Brände in Ladeburg, Brandverhütungsmaßnahmen mit Handspritze, Ledereimer und Feuerleiter“ Teil 1/ April 2025 2.) „1925 bis 1945 Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Ladeburg und ihre Geschichte(n)“ Teil 2/ Januar 2026
Der 100. Gründungstag der „Freiwilligen Feuerwehr Ladeburg“ im August 2025 ist Grund genug in die Geschichte dieser Wehr einzutauchen.
1945 bis 1989 Die Neuordnung der Freiwilligen Feuerwehr Ladeburg nach dem Krieg bis zur Wendezeit 1989/ Teil 3

Training in den 1950er Jahren Auf dem Foto u.a. zu erkennen: Roland Nikolajski, Helmut Pruß, Albert Dack, Günter Schulz, Paul Kraatz, Erwin Sowa /Foto: Privatbesitz Ladeburg 1940er Jahre
Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg.
Deutschland wurde in die sowjetische-, amerikanische-, französische- und britische Besatzungszone und die Hauptstadt Berlin in eine Viersektorenstadt aufgeteilt.
Damit waren die organisatorischen Einrichtungen des vorbeugenden und abwehrenden Brandschutzes aufgelöst.
Das Reichsfeuerlöschgesetz von 1938 wurde außer Kraft gesetzt. Für die Feuerwehren gab es Ausnahmeregelungen:
Bestimmungen und Gesetze von vor 1938 ohne nazistisches Gedankengut blieben vorerst bestehen, bis sie durch neue rechtliche Regelungen ersetzt wurden. In den Gemeinden, so auch in Ladeburg, gab es die sogenannten Bürgermeisterbefehle, die die Reorganisation des Feuerlösch- und Brandschutzwesen beinhalteten und versuchten eine gewisse Ordnung und Sicherheit zu schaffen.
Nach Ende des Krieges hatten die Ladeburger mit sich selbst zu tun und versuchten zu überleben. Die Folgen von Kriegszerstörungen, Plünderungen, Hunger und Krankheit waren täglich zu bewältigen.
Zusätzlich blockierten die unterschiedlichen Auffassungen zwischen den deutschen Behörden und der sowjetischen Besatzungsmacht den Aufbau des Kommunalwesen und behinderten teilweise die ordnungsgemäße Arbeit auf dem Gebiet des Brandschutzwesen.
An einen geordneten Brandschutz war nicht zu denken.
Materialknappheit in allen Bereichen des Lebens zwang zu langfristigen, teilweise oft lebensbedrohlichen Improvisationen in der praktischen Feuerwehrarbeit.
Bürgermeister waren 1938 Johannes Hübner, 1946 Karl Haß, Herta Beier, 1947 Albert Engel, 1950 Fritz Kessel.
In den Jahren 1947/1948 wurden alle Sicherheitsorgane unter Aufsicht der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland auf dem Gebiet der inneren Sicherheit einschließlich des Brand – und Katastrophenschutzes zusammengefasst, die Deutsche Verwaltung des Innern mit der Abteilung Feuerwehr hatte nur noch koordinierende und beratende Funktion.
Der Erlass einheitlicher Bestimmungen für das Brandschutz- und Feuerlöschwesen wurden 1949 in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone abgeschlossen.
Unmittelbar nach Gründung der DDR, am 7. Oktober 1949, wurde durch den Ministerrat und den Minister des Innern entschieden, dass die Feuerwehr der Hauptverwaltung der Deutschen Volkspolizei (DVP) ab 01.01.1950 zu unterstellen ist. Bezogen auf die politisch-staatliche Leitungsebene galt das bis zum Jahr 1990.
Minister des Innern I Hauptverwaltung der Deutschen Volkspolizei (im DDR-Innenministerium) I Hauptabteilung Feuerwehr I Bezirksbehörde der Deutschen Volkspolizei I Abteilung Feuerwehr I Volkspolizei-Kreisamt I Abteilung Feuerwehr
1947:
Nach den Wirren des Krieges organisierte sich in Ladeburg die Feuerwehr neu, im Februar 1947 wurde die erste offizielle Sitzung abgehalten. In einer Garage auf dem Bauernhof von Gustav Wegener (heute Reiterhof Papke) waren dieGerätschaften untergebracht. Die Alarmierung erfolgte durch die auf dem Gemeindehaus in der Bernauer Straße installierte Sirene, weiterhin durch Horn und Handsirene. Zu den ersten Kameraden zählten: Horst Schilke, Günter Papke, Erich Beelitz, Bruno Eckert, Erwin Sowa, Horst Bischoff, Karl Pruß, Heinz Schwedler, Paul Kraatz

Foto: 1950/60er Jahre/ Privatbesitz Ladeburg. Löschgruppe übt am Lafetten Anhänger, im Vordergrund Erwin Sowa. Die Ausbildung der neu gegründeten Wehr übernahmen die Kameraden Erich Beelitz und Bruno Eckert auf dem Gelände von Gustav Wegener an einer 400 Liter Motorspritze, die auf einem alten Hänger stand. Die Spritze wurde mit Muskelkraft gezogen.
1948 wurde die Ladeburger Feuerwehr mit der Rüdnitzer- und Lobetaler Wehr zu einem Zentralkommando zusammengeschlossen. Ab 1950 bekam die Feuerwehr Ladeburg großen Zuspruch durch viele junge Kameraden.
1950/60er Jahre
Am 23. Juli 1952 wurde das „Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe in den Ländern der DDR“ verabschiedet.
Im Auftrag der Gemeinde Ladeburg hat Kamarad Hans-Jürgen Thaute in Berlin ein Kraftfahrzeug vom Typ „Adler“, umgebaut zum MTW, mit Hängerkupplung für den TSA (Trägerspritze-Anhänger) für die TS 8 (Tragspritze 800 Liter) gekauft und nach Ladeburg überführt. Die Ausbildung zum Maschinisten für die TS 8 machte H.-J. Thaute in Bad Freienwalde.
Die erste Gebietsreform in der DDR:
Es legte die Auflösung der bisherigen Länder der ehemaligen Sowjetischen Besatzungszone und die Bildung von 14 Bezirken und der Hauptstadt der DDR, Berlin (Ost), fest. Ladeburg gehört nun zum Bezirk Frankfurt/Oder/ Kreis Bernau.
Noch vorhandene eigenständige Befugnisse der Leiter der Feuerwehren versanken in der allgemeinen Verwaltung und erschwerten die Arbeit vor Ort.
Durch die Neugliederung der Wehren während der Gebietsreform wurde die Ladeburger Feuerwehr 1952 dem Zentralkommando Bernau und Schönow zugeordnet.
Die Ausbildung der Kameraden erfolgte durch Übungen am Schlauchturm, im Gelände und ebenfalls führte das Deutsche Rotes Kreuz „Erste-Hilfe-Lehrgänge“ mit abschließender Prüfung durch. Viele Kameraden beteiligten sich an diesen Übungen und Lehrgängen.
Gegenseitige Hilfe wurde in Ladeburg praktiziert. So zum Beispiel mähten die Kameraden, ob jung oder alt, bei den Bauern viele Jahre lang die Wiesen. Diese Großeinsätze waren jedes Mal ein Erlebnis und der Erlös kam der gesamten Wehr zugute.
Nicht nur das harte Training zur Brandbekämpfung hatten die jungen Kameraden zu absolvieren, für ihre sportliche Betätigung bauten sie sich einen Boxring und dort trainierten die Kameraden Horst Quitt, Dieter Wegener, Heinz Maaß, Erich Puls, Arnold Schulz und weitere.

„Vorbeugender Brandschutz – die Aufgabe des Dorfes“ So stand es geschrieben am Feuerwehrschlauchtrockenturm.
Übung am Schlauchturm, hier seilt sich Kamerad Erwin Sowa ab. Foto: Privatbesitz/Ladeburg
In den 1950/60er Jahren führten die Kameraden der FFw Ladeburg in der Gaststätte „Ückermann“, heute geschlossenes „Volks- bzw. Landhaus“ oder im Lokal von „Ernst Kessel“ (abgerissen) Ladeburger Maskenbälle und Tanzabende durch. Alle Gäste aus dem Dorf sorgten für gute Stimmung, so dass die Bälle immer gut besucht waren.

Minna Ückermann links im Bild/Fasching 1952 Foto: Privatbesitz /Ladeburg

Tanzveranstaltung im Dorf mit den Feuerwehrkameraden. Mittig zu erkennen u.a. Paul Gurn und Kuhne/Foto: Privatbesitz Ladeburg
Lied der Ladeburger Feuerwehr/ Verfasser unbekannt, neu vertont von Marko Rogozia:
„Es geht der Tag, es kommt die Nacht und tausend Sterne glänzen. Acht Mann der Wehr, sie halten Wacht an des weiten Horizontes Grenzen. Wenn das Horn ertönt, ist höchste Gefahr was Menschenhand erbaut, die Natur geschafft. Acht Mann der Wehr halten Wacht, bis das der Sieg über Leid und Elend lacht“
Dieses Lied der Feuerwehr wurde oft geübt und viel gesungen, leider blieb es immer bei der ersten Strophe.

Vertont von Marco Rogozia, Ladeburg/Schweiz
Zur besseren Alarmierung im Dorf installierte man schon vor 1945 eine Sirene auf dem ehemaligen Gemeindehaus (heutiger Standort der „Kita der kleinen Strolche“), die bei Fliegeralarm, Feuer und anderer Gefahr ausgelöst wurde.

Foto: Gemeindehaus 1930er Jahre/ Privatbesitz Familie Blankenburg, Bernau
Zu DDR – Zeiten ertönte sie jeden Mittwoch um 13.00 Uhr zur Probe, im Jahre 1998 stand die Sirene zur Disposition. Nach Beschluss der Behörden sollte ein Neuaufbau, entgegen der Forderung der Ladeburger Feuerwehr, nicht erfolgen.
…Noch heute „heult“ bei Alarm die Sirene dreimal.
Familie Richard Strauch, die neben dem Gemeindehaus wohnte, unterstützte Jahrzehnte die FFw – Ladeburg, indem sie bei Notrufen die Sirene bediente.
1955 bekam die Freiwillige Feuerwehr Ladeburg einen TS 8 Anhänger mit einer TA-Motorspritze. Diese wurde in der ersten Zeit mit Kameradenkraft oder Traktoren der damaligen Örtlichen Landwirtschaftlichen Betriebe (ÖLB) befördert.
Zur Zeit der LPG-Gründungen, in den 1950/60er Jahren, musste die Feuerwehr das Grundstück Wegener (heute Reiterhof Papke) verlassen. Es begann eine schwierige Zeit, die Unterbringung der Gerätschaften erfolgte in verschiedenen Garagen. Mitte der 50iger Jahre ließ die Gemeindeverwaltung ein neues „Spritzenhaus“ in der Nähe des Dorfteiches bauen.
Eigentlich war es nur eine große Garage, es gab keinen Sanitäranschluss und keinen Aufenthaltsraum.
Als Versammlungsraum stellte uns die Gemeinde die alte Schulküche, später die LPG ihre Büroräume zur Verfügung.

Altes Feuerwehrgebäude in der Nähe des Dorfteiches/ 1970er Jahre. Heute abgerissen.
Die Ladeburger Feuerwehr hatte sich nicht nur um die eigentliche Brandbekämpfung zu kümmern, sondern jährlich wurden auch Kontrollen zum vorbeugenden Brandschutz im Dorf in den Haushalten und in den Betrieben durchgeführt – vom elektrischen Sicherheitskasten bis hin zum Schlafzimmer.
Das lief nicht immer problemlos ab, oft wurden wir beschimpft, wenn es auf einmal im Haus dunkel wurde. Denn so manches Mal war nur ein Draht um die Sicherung gewickelt und dieser musste natürlich entfernt werden.

Trotz der vielen Aufgaben half man sich gegenseitig. Hier beim Brunnen reinigen hinter der Ruine auf dem Hof Hennig. v.l. Horst Schilke, Horst Bischoff, Karl Pruß, Siegfried Schreiber, benutzt wurden Schienen und eine Lore der ehemaligen Feldbahn. Foto: 1950/60er Jahre/ Privatbesitz Ladeburg
Löschwasser zur Brandbekämpfung
Bis Ende der 1960er Jahre dienten die Dorfteiche in der Rüdnitzer- bzw. Schmetzdorfer Str. und der Tiefbrunnen in der „Wegener Siedlung A“ (An den Weiden/Ecke Ahornweg) zur Löschwasserentnahme.
Mit dem Ausbau des Trinkwassernetzes im Dorf, Mitte der 1970/80er Jahre, entstanden mehrere Hydranten und Zisternen. So zum Beispiel in der Kargus Siedlung (Vögel als Straßennamen) und Bernauer Straße/ Ecke Zepernicker Landweg, das erleichterte die Wasserversorgung bei der Brandbekämpfung.
Seit der Erweiterung des Wassernetzes in Ladeburg durch den „Wasser – und Abwasserverband Panke/Finow“ in den 1990er Jahren dienen die entlang der Straßen installierten Hydranten zur Löschwasserentnahme, die Teiche werden nur noch in Ausnahmesituationen aktiviert.

Hydrant mit dazugehöriger Kennzeichnung/Anfang 2000 Aufruf der Feuerwehr: „Bürger haltet die Hydranten im Winter frei, das kann Leben retten!“
Neue Herausforderungen
1959/ 60 entstand zum „Schutz der Hauptstadt Berlin (Ost) der Deutschen Demokratischen Republik“ Richtung Lanke eine Dienststelle der Nationalen Volksarmee (NVA), das Fla – Raketen-Regiment 16.

ADN-ZB Kluge 7.10.1979 Berlin: Ehrenparade Eine Ehrenparade der NVA zum 30. Jahrestag der DDR war am 7.10.79 in Berlin beeindruckender Auftakt des Jubiläumstages. -Unser Foto zeigt eine Formation Fla-Raketen der Luftverteidigung vor der Ehrentribüne.
ADN-ZB 7.10.1979/Foto Internet Formation Fla-Raketen zur Ehrenparade zum 30. Jahrestag der DDR
Im Laufe der Jahre entwickelte sich eine gute Zusammenarbeit zwischen der Freiwilligen Feuerwehr Ladeburg und dem Löschzug der NVA. Erfahrungen wurden ausgetauscht, gemeinsame Übungen und Schulungen folgten, Lehrgänge zur ersten Hilfe mit anschließender Prüfung konnten belegt werden.
Vorwiegend bei Waldbränden kam es zu gemeinsamen Einsätzen. Auf Grund der zunehmenden Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr in Ladeburg und Umgebung machte es sich erforderlich, die Technik aufzurüsten und zu verbessern. So bekam unsere Wehr Anfang der 60iger Jahre einen „Garant K25 Mannschaftswagen“, der gleichzeitig den TSA-Anhänger zog.
Es ging nicht immer um Brand oder einen Unfall, nein, im Jahre 1962 brach in Ladeburg die Maul- und Klauenseuche aus. Sämtliche Straßen am Ortseingang bzw. – Ausgang erhielten Seuchenwannen oder Seuchenmatten und die Feuerwehr übernahm die Kontrolle.
Oder, als 1963 das Trinkwassernetz der Stadt Bernau durch Benzin und Öl verseucht wurde. In russischen Kasernen wurden die Panzer und LKW ohne Schutzvorkehrungen gereinigt, so dass das Bernauer Trinkwassernetz verunreinigt wurde.
Alle Wehren der umliegenden Gemeinden pumpten Wasser über lange Wegstrecken vom „Berliner Wassernetz“ über das „Wasserwerk Zepernick“, um schließlich vom „Schönower Wasseranschluss“ die Versorgung der Bernauer Bevölkerung zu gewährleisten.
Innerhalb einer Woche waren neue Brunnen gebohrt und die Versorgung der Bevölkerung mit frischem Wasser wieder gewährleistet!
Als 1964 auf dem Gelände der Sowjetarmee in Richtung Gewerkschaftshochschule mehrere Tage ein Waldbrand wütete, wurde zur Wasserversorgung die LPG verpflichtet, mit Traktoren und Jauchefässern für Löschwasser zu sorgen.
Die Kameraden fuhren mit dem Fahrrad zum Einsatz, ausgerüstet mit einem Spaten!!

Übung: Traktor fahren auf dem Hof Papke.
1970/80er Jahre
7. Oktober 1973: Für vorbildliche Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Ladeburg zum Schutze unseres Volksvermögens wird dem Kollektiv der Freiwilligen Feuerwehr Dank und Anerkennung ausgesprochen.

Die Übergabe erfolgte zum 24. Jahrestag der DDR am 07. Oktober 1973 durch den Bürgermeister Heinz Keiling.
25. Jahrestag der Deutschen Demokratischen Republik

„Neuer Tag“ Bericht der Tageszeitung 1974
Ausstellung in der Konsumgaststätte „Volkshaus“ zum Geburtstag der Republik. Der VKSK (Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter), die Feuerwehr, Sportler und Sänger gaben einen Einblick in das Vereinsleben Ladeburgs.
1975 bekam die Feuerwehr durch die Initiative des Kameraden Joachim Bork ein LF 8 (K27) Löschfahrzeug von der Berufswehr Pankow geschenkt. Dazu musste die gesamte Einfahrt des Gerätehauses von den Kameraden umgebaut werden (siehe Foto oben).
Das o.g. Fahrzeug wurde ein paar Jahre später durch ein KLF B1000, dass wir durch Beschluss des Rates des Kreises Bernau erhielten, abgelöst. Dieser B1000 leistete treue Dienste bis 2003.

Die Reitsportgemeinschaft von der „BSG-Traktor“ Ladeburg führte in den 60/70/80iger jährlich Reit- und Springturniere auf dem alten Sportplatz (heute Fußballplatz) durch. (BSG=Betriebssportgemeinschaft)

70iger Jahre – hier Olaf Papke vor dem Feuerwehrschlauchtrockenturm, der Mitte der 70iger Jahre bei einem orkanartigen Sturm stark beschädigt und später abgerissen wurde.
Der B1000 mit Trage oder andere Feuerwehrfahrzeuge kamen für eventuelle Unfälle bei diesen Sportveranstaltungen zum Einsatz. Ebenfalls stellten die Ladeburger Kameraden die Parcourmannschaft zum Auf- und Abbau der Hindernisse. Teilnehmer u.a.: Siegfried Sowa, Erwin Sowa, Jürgen Bischoff, Winfried Bischoff, Reinhard Böhme, Siegfried Kühne, Bodo Muth.

Dressur- und Springreiten Ende der 1960er Jahre in Ladeburg, hier Hans Hilpert beim Sprung über die Mauer, im Hintergrund ist das Feuerwehrfahrzeug zu erkennen.
Jahrhundert-Winter 1978/79 – von Kap Arkona bis Süddeutschland und Ladeburg mittendrin

Gefangen im Reich aus Eis und Schnee Foto: Fotograf Kai Greiser/Internet
Mit einem extremen Temperatursturz von plus 10 Grad auf bis zu minus 20 Grad ist zum Jahreswechsel 1978/79 die schlimmste Schneekatastrophe der vergangenen 100 Jahre über Mitteleuropa hereingebrochen.
Am Morgen des 29. Dezember 1978 war es noch um 10 Grad mild, im Laufe des Tages überrollte sibirische Frostluft unsere Region, dann kam der Eisregen mit extremer Glatteisbildung, bevor der Schneesturm begann.
Die Straße Richtung Bernau in Höhe „An der Plantage“ bis zum „Akazienweg“ wurde durch eine meterhohe Schneewehe unpassierbar. Das Elektrizität- und Telefonnetz ist zusammengebrochen, viele Haushalte im Dorf waren ohne Heizung und Strom, Wasserleitungen drohten einzufrieren.
Die Ladeburger Feuerwehr war Tag und Nacht unterwegs, die Armee und sowjetische Panzereinheiten halfen bei der Räumung der zugewehten Straßen im Ort. Tagelang versorgten Kameraden der Feuerwehr viele Haushalte mit Trinkwasser.
Die LPG, als landwirtschaftlicher Betrieb, hatte große Probleme den Tierbestand mit Futter und Wasser zu versorgen, die Kühe zu melken und die Tiere vor dem Erfrieren zu schützen.
Die Wege zu den Häusern und Ställen mussten per Hand frei geschaufelt werden, meterhohe Schneewehen versperrten oft die Zufahrt zu den Gehöften.
Der Sturm tobte 72 Stunden.
Erst nach Wochen normalisierte sich die Wetterlage und das Leben im Dorf.
Februar 1982
Grünanlage anstatt Ruine – Abriss der Gaststätte von Ernst Kessel
Immer wieder hat die Ruine der ehemaligen Gaststätte von „Ernst Kessel“ / späterem Wohnhaus in der Rüdnitzer Straße/Ecke Lanker Straße zu heftigen Kritiken geführt, weil durch die Einsturzgefahr auch Kinder gefährdet wurden.
Der Rat der Gemeinde Ladeburg hatte deshalb beschlossen, die Ruine abzureißen.

Tageszeitung Neuer Tag vom 02.02.1982
Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr haben diese Aufgabe übernommen. 26 Feuerwehrleute nutzten bereits ein ganzes Wochenende, um die Gefahrenquelle zu beseitigen. Unterstützt mit Technik des VEG (P), „Volkseigenes Gut/Pflanzenproduktion“ Alberthof, wurde ein Teil der Ruine abgefahren. Das durch den Abriss gewonnene wertvolle Baumaterial wird zukünftig in Ladeburg für Um- und Ausbauten genutzt werden.

„Nach erfolgten Abrissarbeiten wird hier eine Grünanlage entstehen“ So war der Plan 1982. 44 Jahre später sieht die geplante Grünanlage noch immer recht trostlos aus. Foto Januar 2026
1984 löste Heiko Bork den Wehrleiter Günter Schulz ab und übernahm dessen Amt. In würdiger Form bedankten sich die Ladeburger Kameraden, der Bürgermeister Günter Leitzke sowie einige Kameraden aus dem Bernauer Wirkungsbereich bei Günter Schulz für die bisher geleistete Arbeit.

v.l. Günter Schulz, Günter Leitzke, Erwin Sowa, Rainer Böhme, Heiko Bork im LPG-Büro
Von brenzlich bis tödlich in den 1980er Jahren
Fall 1: Bei Elfriede W. und ihrem Lebenskameraden Bruno K. brannte es im Wohnzimmer. Das fackelnde Sofa konnte schnell durch die Feuerwehrmänner durch das offene Fenster in den Garten befördert und somit weiterer Schaden abgewendet werden. Bei der Suche nach den Mietern wurden sie im Schlafzimmer entdeckt, die Beiden hatten den Brand noch nicht einmal bemerkt und beschimpften die Kameraden der Ladeburger Wehr als bösartige Einbrecher.
Fall 2: Während einer Feuerwehrversammlung, die seit Jahren im damaligen LPG-Büro in der Bernauer Straße durchgeführt wurden, traten plötzlich mehrere Polizisten ein. Sie wurden zu einem Mordfall im Hause gerufen. Nach kurzer Erklärung handelte es sich um die Mieterfamilie im oberen Stock. Die Söhne gerieten in Streit und einer der beiden verletzte seinen Bruder so schwer, dass er noch vor Ort verstarb.
Fall 3: Im Dezember 1986 brannte es in der Konsumgaststätte „Volkshaus Ladeburg“ in der Rüdnitzer Straße. Da mehrere Kameraden gegenüber in der LPG arbeiteten, wurde der Brand zeitig bemerkt und die Feuerwehrmänner schnell zum Einsatzort kommen.

„Volkshaus“ Anfang der 1990er Jahre
Durch eine zügige Brandherdermittlung mit Atemschutzgerät konnten die Löscharbeiten beginnen und das Feuer eingedämmt werden. Die Brand- bzw. Wasserschäden mussten sofort beseitigt werden, da zwei Tage später die große Trauerfeier für die Angehörigen der bei der Flugzeugkatastrophe in Berlin-Bohnsdorf tödlich verunglückten drei Ladeburger Bürger, stattfinden sollte.
09. November 1989
Die Grenzen zur Bundesrepublik und West-Berlin werden geöffnet!
Die Reformbewegung in der DDR (Deutsche Demokratische Republik) hat ihren Höhepunkt erreicht. Angesichts der Massenflucht vieler DDR – Bürger über Ungarn und die bundesdeutschen Botschaften in Prag und Warschau tritt am 18. Oktober 1989 Erich Honecker zurück, das Amt des Staatsratsvorsitzenden übernimmt Egon Krenz.
Die Volkskammer der DDR wählt am 13. November 1989 Hans Modrow zum Ministerpräsidenten.
Bei seinem ersten offiziellen Besuch Helmut Kohls in der DDR im Dezember 1989 in Dresden, erklärt er die Wiedervereinigung Deutschlands als das Ziel seiner Politik.

Foto: Katholische Sonntagszeitung vom 20.12.1989 Nach Abschluss des Arbeitstreffens der Regierungschefs beider deutschen Staaten zeigte sich Bundeskanzler Helmut Kohl am 19. Dezember 1989 in einer Ansprache auf dem Neumarkt, vor der Frauenkirche, an tausende Dresdner.
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Fotos: Privatsammlungen der Familien Thaute, Pruß, F.W. Böhme, Beitz, Sowa, Mauritz, Bischoff, Otto, Brychcey, Papke, Schreiber, Gurn, Fotograf Kai Greiser,
Literaturnachweis:
Auszüge aus „Ladeburg – eine Zeitreise“, Petra Domke, Hrsg. Beate Thaute, Verlag Spree – PR, Berlin 2005, ISBN: 3-933039-21-5; Feuerwehrchronik Ladeburg Beate Thaute, Erwin Sowa 2005, Gemeindeprotokolle, „Wasser Marsch in der DDR“ von Heinz Gläser S.43, „Beiträge zur Feuerwehrgeschichte“, Heft 4 von Patrick Richter; gleiche Reihe „Tagungsband 2015“, Herausgeber: Landesfeuerwehrverband Brandenburg e.V., Fachausschuss-Traditionspflege; Erinnerungen Ladeburger Familien, Katholische Sonntagszeitung vom 20.12.1989

